Ludwig W. Müller

"Poetischer Salon - On the shady side of fifty"

Ludwig W. Müller, der charmante Oberösterreicher mit dem legendären Wortwitz, hat gerade seinen runden Geburtstag gefeiert. Für eine Midlife-Crisis fehlt ihm aber leider die Zeit, denn jetzt gehts erst einmal an die Inventur seines seines bisherigen sprachwitzigen Outputs. Für das der passionierte Reimwerker u.a. mit dem Salzburger Stier und dem Passauer Scharfrichterbeil ausgezeichnet wurde. Den Griff in die Alte Truhe scheut der bekennende Alt-Truhist Ludwig Müller bestimmt nicht, wäre doch schade um den ersten Heimatroman des Internetzeitalters, die multilinguale Sparvereinssitzung aus dem Mühlviertel oder manche Perle des Vereins der Freunde des Schüttelreims mit Sitz in Vaduz.

Seien Sie durch diesen Beipacktext gewarnt - Müllers Bunter Abend gönnt Ihnen weder Lach - noch Atempause!

Die Fallbeispiele des täglichen Irrsinns bezieht Ludwig W. Müller problemlos aus  typischen Stressgebieten wie Ehe, Schule oder der Bühne der Weltpolitik und natürlich Müllers Hausgemeinschaft in Wien-Ottakring. Aber wo fängt eine waschechte Paranoia an, und wo hört das altersübliche „Verfolgerl“ auf? Wer hat den echten Burnout, wer ist nur ein bisserl depri oder agro und wer will einfach nur auf Kassenkosten mit einem Pharmacocktail in der 5-Sterne-Reha abhängen? Wer ist also wirklich reif für die Klapse?

Ludwig W. Müller geht mit gutem Beispiel voran und tritt schließlich selbst zum ADHS-Test an.  Und sieht dem Ergebnis gelassen entgegen.  Bei dem, was uns täglich an Nachrichten um die Ohren fliegt, ist doch ein solides Aufmerksamkeitsdefizit ein Überlebensprinzip.
Diagnose: Absolut(e) Weltklapse.