Leo Lukas & Simon Pichler

Steckbrief

Zusammen haben Lukas & Pichler rund achtzig Bühnenjahre und etwa fünftausend Auftritte in den Knochen. Mehr als ein Dutzend Produktionen, an denen sie maßgeblich beteiligt waren, wurden von diversen Medien zu „Highlights der Woche/des Monats/des Jahres“ ernannt oder mit Kleinkunstpreisen ausgezeichnet, darunter „Salzburger Stier“, Österreichischer Kabarettpreis „Karl“ und „Goldenes Buch“ (für „Jörgi, der Drachentöter“ mit Gerhard Haderer).

„Die beiden blödeln nicht nur herrlich in Wort und Gesang, sondern bringen auch gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Kritik auf den Punkt.“ - Kurier

„In Sachen Musik reicht die Palette von Volksmusik über Reggae bis Sprechgesang, immer locker, eingängig und voll reimfreudiger Boshaftigkeit.“ - Der Standard

„Ein kongeniales Duo, das seinen ganzen Schmäh spielen lässt und so die bitteren Pillen etwas schmackhafter macht.“ - Wiener Zeitung

"Fremde (teeren und) Federn"

In ihrem neuen Programm entfalten Leo Lukas & Simon Pichler eine illustrierte Weltgeschichte der Komik. Dabei garnieren sie historisch Gesichertes locker, um nicht zu sagen: knusprig-prickelnd mit eigenen Interpretationen. Erstmals setzen sie auch Projektionen ein, unterstützt vom begnadeten Zeichner Jörg Vogeltanz und von Franz Alexander Langer als „virtueller Pianist“ und zusätzliche Gesangsstimme.

Die steirischen Erzfreunde pflücken FREMDE FEDERN aus mehr als vier Jahrtausenden. Denn zeitlos aktuell ist das Bestreben, Schicksalsschläge mit Humor zu ertragen. Ebenso zeitlos aktuell sind Themen wie Zukunftsangst, Fremdenfeindlichkeit und der diese schürende Populismus.

Bereits im Buch Exodus der Bibel findet sich z.B. das Vorurteil, Zugewanderte wären faul – und würden trotzdem den Einheimischen die Arbeitsplätze wegnehmen. Humoristisch-obszöne Beleidigungen der Ahnenreihe sind auf einer ägyptischen Stele aus dem 8. Jh. v. Chr. zu lesen. Auch Shakespeares Drama „Timon von Athen“ (ca. 1605) enthält einen, wohl schon damals „klassischen“ Witz der Sorte „Deine Mutter …"

 

Abb.: Simonides von Habedera und sein babylonischer Scherzsklave Lukias zelebrieren den Schüttelreim, „Einmal hab ich bei Mykene gegrillt, da hat mich fast die Migräne gekillt.“

 
Einen weiteren Bogen haben selbst diese zwei Urgesteine der öst. Kabarettszene noch nie gespannt: von den Standup-Clubs des griechischen Altertums über u.a. chinesische und persische Witzbücher bis zum zeitgenössischen – in Wahrheit uralten – Rap und Poetry Slam. Die globalen Wurzeln der afro-amerikanischen „Dirty Dozens“ werden ebenso gewürdigt wie „kracherte“ alpine Gstanzln. Meilensteine von Kurt Tucholsky, Karl Valentin, Gerhard Bronner und Georg Kreisler kommen vor, aber auch kaum bekannte Kleinode.

(Unter uns: Lukas & Pichler werden sich nicht daran hindern lassen, außerdem das eine oder andere, brandneue eigene Werk beizusteuern.)